A PUNTA

Gedanken zu Otto Friedrich Bollnows Text „Die Erschließung des Raumes“ von Nina Plonka


Was ist es?
Es könnte ein Hocker sein.
Oder ein Tisch.
Oder ein Haus.
Es könnte eine Landebahn sein.
Oder ein Streifen Panzertape.
Oder eine Einbahnstraße.
Es könnte eine Tür sein.
Oder ein Portal.
Oder ein Mauseloch.
Es könnte Kresse auf der Fensterbank sein.
Oder der Regenwald.
Oder ein Moosdach.
Es könnte ein Bungalow sein.
Oder ein Schuhkarton.
Oder eine Fertigungshalle für Containerschiffe.
Es könnte die Steppe sein.
Oder ein Kornfeld.
Oder eine fransige Fußmatte.
Was es ist, was es sein kann – was es werden kann.
Entscheiden wir. Jede selbst.
Die Bewegung ist impliziert
Ich würde gern die Häuser entlangklettern –
von weißem Fassadenstein zu Fassadenstein.
Ich würde auf dem warmen, roten Asphalt der Fahrradwege liegen.
Was würde ich wohl sehen?
Ich würde den Park nicht durch seine kaltes Metalltor betreten,
sondern durch die Zweige der ledrigen Oleanderbüsche schlüpfen.
Ich würde auf den glänzenden Bahnschienen balancieren.
Was würde ich wohl fühlen?
Ich würde auf der nassen, grauen Brücke sitzen und durch ein Loch im Boden
in den zwirseligen Fluss schauen.
Ich würde auf der aalglatten Autobahn mit geschlossenen Augen gehen –
stundenlang.
Was würde ich wohl hören?
Ich würde auf den Straßen gelbe, grüne, blaue Seile spannen,
damit die Kinder hüpfen können –
und auf dem Dach eine Wiese anlegen und dort mein Bett aufstellen.
Was für eine Stadt wäre das?
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