Kostüme als gebaute Visionen

Lya Obert | SoSe25


Ein architektonisches Konzept für das Berliner Südkreuz wird als tragbares Kostüm interpretiert

Das neue Bahnhofsdach des Berliner Südkreuzes

Ein zentraler Aspekt unseres Entwurfs ist die harmonische Verbindung der Brücke mit dem Bahnhof. Bei der Planung fiel schnell auf, dass die Einbindung der Brücke in die bestehende Struktur eine einzigartige gestalterische Möglichkeit eröffnet. Dies machte eine Neugestaltung des Bahnhofsdaches erforderlich, um eine gestalterische Einheit zwischen beiden Bauwerken zu schaffen. Ziel war es, dass Dach und Brücke eine gemeinsame architektonische Sprache sprechen und ihre Zusammengehörigkeit nach außen hin sichtbar wird. Beide Strukturen wurden daher als Hängesysteme konzipiert, um eine besonders leichte und filigrane Bauweise zu ermöglichen.

Um die Einheit zwischen Brücke und Dach weiter zu betonen und gleichzeitig Schutz vor Witterungseinflüssen zu bieten, wurde eine Membran über beide Strukturen gespannt. Diese textile Hülle fungiert nicht nur als Schutzdach für die Reisenden im Bahnhof, sondern verstärkt auch die visuelle Leichtigkeit der Konstruktionen. Sie wirkt wie ein Tuch, das sich sanft über den Bahnhof legt – ein einladendes, schützendes Element, das den Stellenwert des Südkreuzes für Berlin erlebbar macht.

Architektur in Bewegung

Das Kostüm interpretiert das neue Bahnhofsdach des Berliner Südkreuzes als begehbare Skulptur und überträgt seine architektonische Sprache in ein tragbares Design. Im Zentrum steht die Verbindung von Leichtigkeit, Transparenz und struktureller Spannung, inspiriert durch die filigrane Hängestruktur und die textile Membran, die sich wie ein schützender Schleier über die Architektur legt.

Wie in der realen Konstruktion greift das Kostüm die Formensprache der Hängesysteme auf. Feine Seilzüge und transparente Stoffe symbolisieren die architektonische Struktur und lassen gleichzeitig Raum für Bewegung. Die textile Hülle des Daches findet ihre Entsprechung in einer fließenden Stoffschicht, die sich schützend und zugleich leicht um den Körper legt – wie ein Windhauch, der sich an die Architektur schmiegt.

Das Kostüm spielt mit Durchlässigkeit und Struktur. Halbtransparente Stoffe, schwebende Elemente und klare Linien erzeugen einen visuellen Dialog zwischen Körper und Raum. Die Bewegung der Trägerin oder des Trägers bringt die Konstruktion zum Leben und macht die Dynamik und Offenheit des Südkreuzes erfahrbar – als Ort der Begegnung, des Übergangs und der Vernetzung.

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