Lasst uns essen!

Rhiane Winter


Eine mobile, von spanischen „Persianas“ inspirierte Struktur, die Schatten spendet, den Wohnraum in den öffentlichen Raum erweitert und gemeinschaftliche Begegnungen im Stadtraum ermöglicht.

Der Sommer ist da! In Köln ist das Wetter endlich angenehm, die Bäume haben Blätter, die Sonne scheint, die Tage sind lang, alles ist schön. Doch in anderen Teilen der Welt ist das wärmere Wetter weniger willkommen. Wie kommen sie damit zurecht?

In den historischen Zentren spanischer Städte sieht man oft gerollte Holzjalousien („Persianas“), die über Eisenbalkone gespannt sind. Diese einfache Vorrichtung schützt nicht nur vor der Sonne und lässt gleichzeitig Luft zirkulieren, sondern erweitert den Lebensraum auch nach außen – sie schützt die Privatsphäre und ermöglicht den Bewohnern dennoch, sich auf Wunsch mit der Welt verbunden zu fühlen.

Die Idee zu diesem Projekt entstand aus dem Wunsch, vor der Sonne zu schützen und den Wohnraum in den öffentlichen Raum zu erweitern. Das gleiche Element der Jalousie würde auf die gleiche Weise über eine einfache kreuzförmige Struktur drapiert. Seine untere Verstrebung trägt einen langen Tisch, während seine „Beine“ in Betonankerpunkte eingreifen, die auch Bänke tragen. Jede Einheit kann freistehend sein oder je nach Straßenlänge erweitert werden und kann selbstverständlich von einer Person zusammengebaut werden.

Die Struktur bietet Platz für Menschen, die draußen oder drinnen sitzen und einen Esstisch mit Freunden, Nachbarn und Fremden teilen möchten. In einer Welt, in der wir zunehmend Geld für die Nutzung öffentlichen Raums bezahlen müssen, ist dies eine willkommene Gelegenheit, sich hinzusetzen, zu treffen, zu essen oder einfach zu sein.

Abschließend sei bemerkt: Obwohl das Projekt eine architektonische Sprache verwendet, die zu einer sehr spezifischen Region gehört, funktioniert das Prinzip anderswo und insbesondere in Köln genauso gut – wenn nicht sogar besser. Denn meiner persönlichen Erfahrung nach mangelt es der Stadt leider an Sitzmöglichkeiten oder Infrastruktur, die soziale Interaktion fördert. Und außerdem kann man sich in Deutschland immer noch einen Sonnenbrand holen!

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