Mobile Architektur im urbanen Raum

Lilly Bärm


Ein leichtes, transportables Zeltsystem aus Rettungsdecken, das durch Luftstrom flexibel zwischen schwebendem Treffpunkt und geschützter temporärer Behausung im urbanen Raum wechselt.

Das Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung eines leichten, transportablen Zeltsystems, das im urbanen Raum flexibel einsetzbar ist. Das Zelt wird aus sechs handelsüblichen Rettungsdecken zusammengenäht, deren Maße (B: 2,1 m / L: 2,1 m / H: 1,6 m) sich direkt aus dem Standardformat der Decken ergeben.

Ein zentrales Stativ trägt eine Vorrichtung mit Ventilator und Leuchtmittel, betrieben über einen tragbaren, solar geladenen Stromgenerator. Der Ventilator erzeugt einen kontinuierlichen Luftstrom, der das leichte Zeltmaterial anhebt. Durch die goldene Außenseite der Rettungsdecken erwärmt sich die Luft im Inneren zusätzlich, was die Aufblähung und das Schweben des Zelts unterstützt – ein Prinzip, das sich an Martín Azúas „Basic House“ orientiert.

Inspiration aus der Pflanzenwelt

Im schwebenden Zustand (auf ca. 2,30 m Höhe) kann das Zelt als sichtbarer, leicht zugänglicher Treffpunkt im öffentlichen Raum dienen. An den Zeltecken befestigte Schnüre mit Säcken ermöglichen eine flexible Verankerung durch Befüllung oder an städtischen Strukturen wie Bänken, Laternen oder Bäumen. Wird das Zelt bodennah genutzt und mit Gewichten in den Ecken im Inneren fixiert, entsteht ein geschützter Innenraum. Ein Reißverschluss in einer Seitenkante ermöglicht den Zugang, sodass das Zelt auch als mobile Rückzugs- oder Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden kann.

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