von Konstantin Kruse
„Angefangen von kubischen Flächen in schnellen und dicken Strichen beim ersten Buchstaben, weiter zu dynamischen, sich auflockernden Schwüngen, finalisierte sich der dritte Buchstabe in einer realisierenden Konturzeichnung, welche ein architektonisches Konstrukt darstellt.“
Prozess
Der Anfang stellte die Wahl zwischen drei Buchstaben des lateinischen Alphabets, welche nun abstrahiert werden.
Eigene Prozessvorgaben:
Dauer der 3 Zeichnungen: 1 Stunde
Material: Edding, Bleistift, Skizzenblock DIN A3
Gradierend von abstrakter Form zu realistischer Darstellung von hohem zu niedrigem Wiedererkennungswert.
Angefangen von kubischen Flächen in schnellen und dicken Strichen beim ersten Buchstaben, weiter zu dynamischen, sich auflockernden Schwüngen, finalisierte sich der dritte Buchstabe in einer realisierenden Konturzeichnung, welche ein architektonisches Konstrukt darstellt.
von 1D nach 2D
Der Buchstabe S wird nun gewählt für die weiteren Transformationen. Aus eindimensionalen Linien wird eine zweidimensionale Fläche, indem weitere Fläche eine nun vorgebende Fläche definieren. Diese Fläche ist das Grundgerüst für weitere dimensionale Entwicklungen.
von 2D nach 2,5D materialisierung
Die vorher entwickelte Grundfläche wird durchzogen von weiteren Konturen, welche Flächenzonen herstellen. Ähnlich einer digitalen Height/Displacement Map werden mithilfe von unterschiedlich starken Schraffuren nun Höhen/Tiefen und Relief festgelegt. Konkave Kurven werden nun bereits erkennbar und Basis für die nächste Höhenentwicklung und Materialisieren in Ton. Größe und Proportion wurden 1:1 in den Ton übersetzt. Die Höhe entwickelt sich im Bereich von 1 cm. Die flache Charakteristik bleibt weiterhin erkennbar. Form und Beschaffenheit werden in Beständigkeit gebrannt und mit einer Glasierung veredelt.
3D – maßstab I mensch im raum 3D auf 2D
In drei Freihandzeichnung wird nun wieder auf zweidimensionalem Papier, weg von der Materialität, die Form der Grundfläche in die dritte Dimension gedacht. Alle ursprünglichen Konturen fungieren nun als Trennschicht für eigene Körperflächen, welche in die Höhe gezogen , gedreht und skaliert werden. Erstmals besteht eine Ähnlichkeit zu einer Architektur. Nun stellt sich die Frage des Maßstabs.
Vorher im handlichen Maßstab entwickelt, in der Größe bis 70×70 cm kann nun der Maßstab als freier Parameter gesehen werden und der entwickelte Körper wird zur Architektur im übermenschlichen Maßstab.
virtuelle räumliche studien digitalisiert
Im architektonischen Sinne wird nun vom Blatt aus der zweiten Dimension in die dritte geplant. Dies geschieht in CAD-Software, wo die vorher festgelegte Form und Höhen getreu übersetzt wurden. Körper-und Schattenstudien konnten hierüber erfolgen und mögliche
Formunklarheiten wurden so erkannt und korrigiert. Weitere Umsetzungsschritte hin zum 3D-Druck sind somit auch festgelegt worden.
materialisierung im raum
Ein erstes Arbeitsmodell in kleinerem Maßstab verdeutlicht die verspielte Form und das starke Relief der ursprünglichen flachen Grundform.
finale dimension
m finalen Modell sind die Vorgaben von einer ca. Größe 50×50 cm, welche den Maßstab der Skulptur/Architektur weiter festgelegt. Denkbar, wie hier dargestellt: Ein Maßstab von 1:50 – setzt die Skulptur in einen architektonischen Maßstab um. Der Buchstabe ist somit in mehreren Entwurfsprozessen zum Gebäude transformiert worden. Bei der Umsetzung in diesen Maßstab wurde auf eine sonderbare, fast Putzartige Oberflächenstruktur wertgelegt, welche nach langem Experimentieren und Programmieren mithilfe von Noise- Algorithmen nach einer zufälligen und unruhigen Bewegungsstruktur des 3D- Druckers erzeugt wurde.







