TIMEMACHINE

Eine Ausstellung von und mit Studierenden des Wahlpflichtmoduls Performativer Raum – Zeit als visuelles Konzept


„ Das drumherum verschwimmt - ein Tropfen wird fortgetragen und macht Platz für neue Augenblicke.“

Ausstellung
In der Ausstellung TIME MACHINE werden im Rahmen des Wahlpflichtmoduls „Performativer Raum – Zeit als visuelles Konzept“ Arbeiten von Studierenden im Forum der Stiftung Findeisen präsentiert. Das Seminar beschäftigte sich mit der Frage, wie Architektur, Raum und künstlerische Arbeit in der Zeit interagieren. Entstanden sind Soundarbeiten, Fotografien, Videos, Modelle und Installationen. Welche zeitliche Einschreibung hat ein Raum durch Architektur und wie kann er sich durch weitere
(künstlerische) Eingriffe verändern? Wie kann ein Raum dargestellt werden, der unterschiedliche zeitliche Abläufe und Bedürfnisse zeigt? Wie definiert muss er sein und wie offen, um performativ zu sein?


01 Raum im Klang der Schritte
Rosa Graffelder + Lina Buntrock, Toninstallation, Zeichnungen auf Transparentpapier Raum im Klang der Schritte Rosa Graffelder, Lina Buntrock.
Die Installation betont die dynamische Wahrnehmung von Raum durch Bewegung und Geräusche. Es werden geschlossene Räume durch Schrittgeräusche auditiv erfahrbar gemacht, wobei diese Geräusche die akustischen Eigenschaften des Raumes widerspiegeln. Ziel ist es, zu zeigen, wie sich der Raum durch unsere Bewegung verändert und wie unterschiedlich wir ihn wahrnehmen.

 


02 The Many Faces of a Facade: A Day in the Life of an Office Tower
Maya Sezen Suvak 2 × 24 Fotos (14,8cm × 21cm), Rauminstallation aus 6 mm Betonstahl und Polyestergewebe (Durchmesser: 1,45m)
Wie verändert sich die Fassade eines Gebäudes im Laufe eines Tages durch Licht- und Wetterverhältnisse? Wie lang oder kurz kann sich ein Tag anfühlen? Durch die Beobachtung und Dokumentation eines Gebäudes über 24 Stunden werden diese Fragestellungen untersucht. Im inneren und äußeren Kreis werden jeweils 24 zusammenhängende Stunden von zwei verschiedenen Tagen in Form von Fotografien ausgestellt. Die Zeitwahrnehmung des Betrachters wird durch seine Position innerhalb oder außerhalb des Kreises beeinflusst. Während im Inneren das Drehen um die eigene Achse ausreicht, um einen Tag wahrzunehmen, muss der äußere Kreis komplett umschritten werden.

 


03 Spuren der Zeit
Mona Schubert, 40 Zeichnungen, Papier, Buntstift, 14,8 × 7 cm, 2024
Innerhalb des Lebenszyklus eines Gebäudes, erfährt dieses eine Reihe an Veränderungen. Werden keine bewussten Eingriffe am Gebäude vorgenommen, ist der natürliche Prozess das stetige Altern, und der Zerfall wird im Vergehen der Zeit sichtbar. Ziel dieser Arbeit ist, einen Teil dieser Veränderungen, die ein Gebäude durchlebt, in Zeichnungen einzufangen und als Zeitraffer wiederzugeben. Somit wird die Zeit skaliert und mehrere Jahre in wenigen Sekunden zusammengefasst. Durch die Verkörperung als Daumenkino bestimmt der Betrachter*in das Tempo der Zeitspanne und wird in den Prozess mit eingebunden.

 


04 Zug in die Zukunft – wie viel Zeit bleibt uns?
David Enderle, Broschüre für eine interaktive Zugfahrt mit der KVB Linie 1, 21 × 12cm mit ausfaltbarer Karte der Strecke.
Das Gefühl für Zeit ist höchst individuell, besonders für größere Zeitspannen. Dieses Projekt ist ein Versuch, unsere subjektive Zeitwahrnehmung zu objektivieren, durch eine räumliche Übersetzung von Zeitabschnitten in eine bekannte Strecke. Es geht um die Klimakrise und darum, ein Bewusstsein zu schaffen, wie wenig Zeit wir noch haben, um unsere Welt vor dem Verbrennen zu bewahren. Die Broschüre lädt sie ein, auf eine Zeitreise durch die Klimageschichte mit der KVB Linie 1, durch den performativen Stadtraum Köln.

 

 

05 In der Zeit vergessen
Anne Kurenbach, Wasserinstallation, Zinkschale Durchmesser 64 cm, Tropfen auf die Wasseroberfläche, 2024
Ein Moment entfaltet sich, wenn man sich auf diesen einlässt und konzentriert. Das drumherum verschwimmt – ein Tropfen wird fortgetragen und macht Platz für neue Augenblicke.

 

 

06 Zwischenräume
Bianca Neustädter und Robin Chamorro Herrera „Zwischenräume“ ist eine interaktive Rauminstallation, die die Verbindung von Raum und Zeit verdeutlicht.
Besucher*innen arrangieren selbst die Fäden, die dabei Zwischenräume schaffen und darstellen. Der Fokus liegt darauf, die oft unbeachteten räumlichen Zwischenräume und unbewussten Momente zu erkunden.

 


07 Wahrnehmung der Zeit
Yeisson Steven Herrera Taborda, Videoinstallation
Bestimmt nicht das Medium, in dem wir uns bewegen, die Zeit und die Art und Weise, wie wir den Raum wahrnehmen? Diese Performance zur Wahrnehmung von Zeit nimmt diese Frage als Ausgangspunkt. Zwei audiovisuelle Aufnahmen zeigen die Bewegung einer Person im Raum, einmal zu Fuß und einmal mithilfe von Stühlen. Diese unterschiedlichen Medien beeinflussen unmittelbar die Zeit, Geschwindigkeit und Raumwahrnehmung der Person.

 

 

08 Perception of time
Mira Wollersheim, Öl auf Leinwand, 40 × 40cm, 2024
Kann Bewegung unser Zeitempfinden und die Wahrnehmung von Raum beeinflussen? Diese Frage bildet den zentralen Fokus der vorliegenden Arbeit, die insbesondere die Kontraste zwischen Ruhe und Bewegung analysiert. Hierfür wurden zwei Momentaufnahmen als Ölbilder fertiggestellt, die das subjektive empfinden bei Bewegung und stillstand verbildlichen und festhalten.

 


09 Abdrücke der Zeit
Julia Mehlhorn, Fotoinstallation, Fotografie und Linoldruck auf Transparentpapier, 100 × 30 cm, 2024
Was für eine Monumentalität kann ein einzelner oder ein einziges Gebäude in der Zeit einnehmen? Jedes Objekt auf unserer Erde hinterlässt eine schwächere oder stärkere Spur in der Zeit. Die Fotoinstallation „Abdrücke der Zeit“ zeigt unterschiedliche Frequenzen von Vergänglichkeit und versucht den Vorgang des Verblassens für einen kurzen Moment für den Betrachter einzufangen.

 


10 Relativer Raum
Niklas Witt, Holzinstalation, Holz 30 × 30 × 30 cm, 4 Öffnungen, 2024
Das Raumzeitfeld schafft den Übergang von einer Welt zusammengefügter Teile in eine Welt nahtlos gefügter Elemente.

 


11 Schichtbilder der Zeit
Alexandra Glück, , Installation 42 × 59,4 cm, Würfel I 45 × 45 × 45 cm, Würfel II 25 × 25 × 25 cm, 2024
Die Zeit im Zusammenhang mit dem performativen Raum steht im Mittelpunkt der Installation. Bewegungen werden in einzelnen Momenten der Zeit eingefangen. Die Fotoaufnahmen verkörpern damit Vergangenheit und Zukunft, die man in der Gegenwart erlebt. Es entstehen Schichtbilder der Zeit, welche bei Veränderung jedes Mal einen anderen Zeitablauf widerspiegeln können.

 

 

12 Unvollendete Gegenwart – Echos der Vergangenheit
Jannik Vonhoegen, Rauminstallation, 2024
In „Unvollendete Gegenwart – Echos der Vergangenheit“ verweilen wir im gegenwärtigen Moment, während wir unaufhaltsam in die Zukunft blicken. Besucher bestimmen selbst ihr Tempo und ihre Bewegungen im Raum, aber der Weg führt nie zurück in die Vergangenheit. Die Installation symbolisiert diese Erkenntnis durch einen unvollendeten Tunnel und ein Gerüst als Hindernisse, die die Herausforderungen des Lebens spiegeln. Materialien und Konstruktionen formen eine Art Sonnenuhr, deren Schatten stetig
neue Stimmungen kreiert, und die Vollendung des Werkes erfolgt durch einen Rahmen, der vor die Videoprojektion gehalten wird und zusätzliche Dimensionen schafft.

 

 

13 Raumzeitperformanz
Finja Marx, Videoschleife, 12 Videos je 12 Sekunden, 2024
Entstanden sind die Videoaufnahmen an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten, immer am selben Ort. Thematisiert wird die Existenz des vielseitig performativen Raums, wobei die Zeit eine signifikante Rolle spielt. Nicht nur der Raum bestimmt hier die Performanz, sondern auch die Zeit. Scheinbar ist diese zwischen den Videos die einzige sich verändernde Variable. Sie [die Zeit] ist in Momenten der Bewegung direkt spürbar. „Denn eben das ist Zeit: Die Zahl der Veränderung im Raum hinsichtlich des Davor und Danach.“ – Aristo-teles

 


14 Der unendliche Raum

Mariel Sanchez, Spiegelinstallation, 3 Spiegel 21 × 30 cm, 3 Einsatz-Streifen aus schwarzer Pappe, 2024
Zeit ist eine Illusion, sie zieht sich durch den Raum wie ein Sog. Der Raum der Unendlichkeit, welcher uns kontinuierlich umgibt.
Die Zeit lässt sich weder beeinflussen, noch können wir uns ihr entziehen, jeder Raum durchschreitet die Zeit. Bewegung und Zeit erschafft unser jetzt und hier und die individuelle Wahrnehmung eines jeden performativen Raums.





15 Schenk mir deine Zeit!
Alice Blum, Rauminstallation, Metallrohr & weißer Stoff, 3,2m × 1,7m , 2024
An einem Ort wird Zeit von mehreren Menschen gleichzeitig für unterschiedliche Dinge genutzt. Die erlebte oder genutzte Zeit ergibt summiert dann mehr als die tatsächlich vergangene Zeit. Mit der Installation möchte ich beobachten und festhalten, wie viel Zeit in dem vorgegeben Raum über die Dauer der Ausstellung gesammelt wird. Betritt dafür den Raum und schreib die Uhrzeit beim ein und austreten auf einen der Zettelchen auf dem Boden und schreib dazu, wofür du den Aufenthalt genutzt hast. Lege das Zettelchen danach wieder auf den Boden. Den Raum darfst du so lange und wofür du möchtest nutzen. Viel Spaß und vielen Dank für deine Zeit!

 

16 Der Raum in meinem Kopf
Eliana von Amsberg, Modell 20 × 20 × 20 cm, Leinwand 50 × 50 cm, 2024
Der Raum in unserem Kopf. Ein Boden, vier Wände. Ein Raum, der an dem Tag an dem wir auf die Welt kommen entsteht und sich am Tag unseres Todes auflöst. Ein Raum, der alles erlebt. Unsere tiefsten Sehnsüchte, Erfolg, Kummer, Hass und Liebe und der sich mit der Zeit dieser Einflüsse verändert, entwickelt. Ein Raum für unsere Seele, wie es eine Wohnung für unseren Körper ist. Geborgenheit und Sicherheit, Verlorenheit und Vergänglichkeit. Der Raum in meinem Kopf und auch in deinem?


17 Zeit der Sinne
Sandra Orth, Modell, 35 × 35 × 35 cm, 2024
Die Zeitformen des Betrachter*in mit der Vergänglichkeit durch die Zeit. Das Betrachten und Erfassen des Modells in allen Bestandteilen. Das Durchlesen der wissenschaftlichen Informationen. Das Riechen des Rosenduftes. Das Verändern und Verwelken der Rose über den Ausstellungszeitraums.


18 Innerhalb einer Stunde | Wie lange existierte der Altenberger Dom?
20240708 | 1604 – 1704
Dennis Bayar, Acrylbild, Acryl auf Leinwand, Lautsprecher, 50 × 50, 2024
Eine Stunde im Altenberger Dom. Ein Raum, der in Einsamkeit verschwindet. Unter der Annahme, dass Räume nur dann existieren, wenn sie wahrgenommen und erlebt werden, zeigt dieses Bild sowohl die Momente, in denen der Altenberger Dom existierte, als auch die, in denen er nicht war.


19 wie viel uhr ist es ?
Ece Genca, Videoinstallation, 2024
Sicher haben Sie noch nie aufmerksam an einer Bahnhaltestelle gesessen und beobachtet wie Züge ein und aus fahren. Es entsteht ein rhythmisches Muster wie in einer Ballettvorstellung, bei der die Tänzer die Bühne betreten und sich die Handlung zu einem Höhepunkt aufbaut. Es werden immer mehr Menschen auf dem Bahngleis, die Stimmen immer lauter von der Ferne hört man die Bahn schon. Nun fährt sie ein, die Stimmen klingen ab, die Tänzer verlassen die Bühne, die Bahn fährt wieder aus. Was zurück bleibt ist
die Stille, wie geschlossene Vorhänge. Der Vorhang öffnet sich wieder, nächste Szene, neue Handlung, andere Zeit aber wie viel Uhr ist es? Es ist sind die wenigen Minuten bevor die Bahn einfährt, in der sich Alles nur um diese eine Handlung dreht. Aber welche Szene beschreibt welche Tageszeit? Was denken sie?


20 Stillstand
Adriana Kunze, Fotografie, Transparentpapier, 8 × 30 × 30cm, 2024
Im Spiel von Licht und Schatten sehen, wie Räume und die Zeit vergehen.
Jeder Augenblick ein neues Bild, das stets vergeht und nie verweilt.

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