von Laila Moana Höhn & Malin Fischer
„ Architektur beschreibt und Entwirft die Bewegung des Tanzes, während Tanz den Raum beschreibt und entwirft“
„Thema: Kinesphäre Bezug zu Bewegung/Ausdruckstanz in einem Raum Rudolph Laban und Dominik Mohs Rudolph Laban Der Mensch entwickelt sein eigenes Raumgefühl durch die Wahrnehmung der Sinne, seine körperliche Form und die Struktur/Aufbau des Raumumfelds. Ein Raum hat unterschiedliche Wirkung, Bedeutung und Nutzung. Bekanntheit, Vertrautheit oder eher beklemmend und einschüchternd. Körper und Geist können individuell ausgelebt werden, durch beispielsweise Bewegung. Auch das Körpergefühl und die Ausbreitung der eigenen Gliedmaßen sind abhängig vom Umfeld indem man sich bewegt. Laban konzentriert sich im Tanzen und körperliche Bewegung in einem bestimmten Verlauf. Die Bewegungsentwicklung spielt hierbei eine wichtige Rolle, Ausdruck und Betonung von Gefühl, Empfindung und Wahrnehmumng werden zeitlich an die Umgebung abgegeben bzw. ausgelebt. Wichtig ist auch in welcher Beziehung man zu seinem Umfeld steht, hierbei liegt der Fokus nicht nur an dem Ort, sondern auch an den mit Menschen. Veränderung der Körperform stellen die eigene Sprache da, drücken aus was wir Denken/Fühlen und somit tragen wir zu der raumathmosphärischen Entwicklung bei. Zusätzlich zeigt Sie wie der Raum auf uns wirkt.
Dominik Mohs – Kinesphärische Interferenzen Die Anwesenheit des Menschen in einem Raum ist entscheidend für die Atmosphäre. Vorallem die persönliche Austrahlung der anwesenden Person füllt den Raum bzw. nimmt den Raum ein. Das Zusammenspiel von Mensch, seiner Bewegung und der Architektur verbindet verschiedene Formen/Geometrien miteinander. Die Bewegung des Menschen durch Tanz definiert sich nicht über geometrische und gerade Struktutren, sondern beschreibt durch Schwingungen, Biegung und dem Ausbruch aus der eigenen Kinesphäre eine Geschichte. In der Geschichte wird die Wahrnehmung und Gefühlslage durch unterschiedliche techniken der Formsprache im Tanz ausgedrückt. Auch in der Architektur wird mit verschiedenen Kombinationen aus Formen und organischen Elementen gebaut, allerdings müssen diese bestimmte Bauanforderungen erfüllen und sind somit irgendwo in der persönlichen Entfaltung eingeschränkt. Zusätzlich beeinflusst die Wahrnehmumg des Raumes die Bewegungsstruktur des menschlichen Körpers, den Raum spüren und mit ihm verschmelzen.
Konzeptherleitung:
Labans durch 27 Richtungen definiertes System der Kinesphäre zur Beschreibung des persönlichen (Bewegungs-) Raums dient als wissenschaftliche Anäherung an Ebenen des Emotionalen durch architektonische Räume, da ein Zusammenhang zwichen innerer Haltung und äußerer Bewegung besteht. Der Raum beeinflusst die Bewegung. In einem engen Raum sind die Bewegungen beispeilsweise auch eher eng oder sogar eingeschränkt. So sind Raum und Körper sowohl Wahrnehmungs- als auch Produktionsprozess von Wahrnehmung und Bewegung. Architektur beschreibt und Entwirft die Bewegung des Tanzes, während Tanz den Raum beschreibt und entwirft.
Wie ist das Verhältnis der persönlichen Kinesphäre zu dem allgemeinen Raum und wo liegt die Grenze der persönlichen Kinesphäre? Endet die Grenze der Kinesphäre mit den maximal ausgestreckten Körperteilen oder mit dem räumlichen Auswirkungs und Berührungsspektrum durch weitere Einflüsse (z.B.Schwerkraft)? Die persönliche Kinesphäre ist abhängig von dem allgemeinen Raum, und andersrum. Beide Räume können den anderen verdrängen, eingrenzen, stören oder er-
weitern. Diese Phänomene, haben wir fotografisch und Zeichnerisch untersucht…
Erläuterung der Arbeit:
In den letzten Wochen haben wir uns mit der persönlichen Kinesphäre des Menschen im Bezug auf den
allgemeinen Raum beschäftigt. Wir haben uns nicht nur die Frage gestellt, welche Auswirkungen die
menschlichen Bewegungen auf die Räumlichkeit haben, sondern auch was der Charakter des Menschen
in einem Raum durch seine individuelle Bewegung bewirken kann.
Dazu haben wir mehrere Persönlichkeiten, die durch die vier Bewegungselemente Labans (Zeit,
Gewicht, Richtung, Fluss) definiert wurden, in einem öffentlichen Raum aufeinander wirken lassen.
UnterschiedlicheStimmungen,Wohlbefinden,EmpfindungenundverschiedeneBewegungsarten,welche Gefühle ausdrücken, sollten die Räumlichkeit prägen.
Zur Begrenzung des persönlichen Raumes und zur Sichtbarkeit der entstehenden Raumformen wurde
ein sich an den Körper anpassungsfähiges Textil (Laken) verwendet. Durch die Körpersprache und den
begrenzten Raum, entwickeln die Charaktere ihre individuelle Art ihre Kinesphäre zu erkunden.
Anschließend haben wir die Überschneidung verschiedener Kinesphären und die Auswirkung auf die
Atmosphäre im Raum untersucht. Dabei hat sich vor Allem herausgestellt, dass die Einnahme und
Verdrängung von Raum bei der Überschneidung verschiedener Kinesphären eine große Rolle spielt.
Gerade bei der Entwicklung verschiedener Persönlichkeiten zeigt sich ein klares Machtverhältnis im
Raum. Zunächst entwickeln sich noch Raumformen- und Wirkungen durch die freien und indirekten
Bewegungen in Kombination mit den schweren, gebundenen Bewegungen. Mit der Zeit gewinnt die,
durch direkte und schnelle Bewegungen geprägte Person die Überhand und nutzt wie beim Judo die
Bewegung der andren aus, um Ihren eigenen Rhythmus zu finden, wodurch Sie den Raum dominiert.
Das Projekt zeigt eine freie, individuelle Gedankengestaltung. Für jeden hat der Raum eine andere
Wirkung und löst andere Gefühle durch die individuelle Veränderung des Raumgefüges aus. Die Kunst
ist es in seiner Kinespäre auszudrücken was man fühlt, mit seinen eigenen Proportionen, und seiner
individuellen Art mit Gefühlen umzugehen. Es wird deutlich, dass die Charaktere eine bedeutende Rolle in dem Gesamtraum spielen und den Raum mitentwickeln, während der Raum die Charaktere mitentwickelt.„





