Raumtheorie – Geohistoire und geographischer Determinismus – Fernand Braudel

von Tom Böhm und Samad Ahmed

“Geohistoire und geographischer Determinismus” von Fernand Braudel

In seinem Text “Geohistoire und geographischer Determinismus” geht Fernand Braudel
erst einmal auf die Erklärung des Wortes “Geohistoire” ein und erklärt darauf hin seine Arbeit die er verfolgt.
Fernand Braudel äußert zwei Anliegen. In seinem ersten Anliegen möchte er verdeutlichen, dass man Geographie als Humangeographie der gegenwärtigen Probleme und gegenüber den historischen Entwicklungen und
Erkenntnissen entsprechend in Verbindung bringen sollte und somit die Dinge neu bewerten muss.
In seinem zweiten Anliegen geht es darum aus einer historischen Geographie eine retrospektive Humangeographie zu entwickeln, die nicht nur die regionalen Vorraussetzungen mit einbezieht sondern über die Staatsgrenzen hinaus, auch die Erde als Ganzes mit ihre Eigenschaften und Auswirkungen wie Klima und Boden zu berücksichtigen und in einem Zusammenhang bringt.
In Folge dieser zwei Betrachtungsparameter fokussiert Braudel sich auf die Untersuchung der Mittelmeerregion, um daran seine Gedanken zu Unterstreichen.
Das Mittelmeer ist ein zeitlich und materiell wichtiges Forschungsgebiet für alle Historiker und Geographen. Dabei ist er der Meinung, man sollte von der Arbeit, die von anderen Forschern aus anderen Zeitepochen geleistet wurde, profitieren.
Braudel äußert dabei die These dass man Entwicklungen aus unterschiedlicher Zeitepochen und unterschiedlichen Regionen des Mittelmeerraumes über zeitliche und räumliche Bewegungen in Zusammenhang zueinander bringen muss. Deutlich gemacht wird seine Aussage durch viele Vergleiche, die er aus geschichtlichen Aspekten heraus entwickelt.
Auch den Bezug zwischen Mensch und Raum unterstreicht er Braudel mit vielen Thesen „Der Nahe Osten ist nicht von den Arabern erobert worden; er ist es, der sie erobert, der sie assimiliert hat. Er geht mit ihnen um wie jene Blumen mit den Insekten, die so unvorsichtig waren, sich in den Blütenkelchen niederzulassen: sie schließen sich und verschlingen die Insekten“

Im weiteren Textverlauf stellt sich Braudel auch der Debatte über den geographischen
Determinismus bei dem es darum geht dass alle – insbesondere auch zukünftige – Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt sind. Braudel wendet sich dagegen, dass es nur durch die „Einmischung“ eines Historikers – innerhalb der Geographie – möglich sei, sich gegen einen simplifizierten Determinismus wenden zu können.
Er fügt einige Beispiele an mit der er belegen möchte das Ereignisse, vielleicht nicht zufällig passieren sonder durch geographische Vorraussetzungen eintreffen. Er verwendet den Vergleich von Mailand und Neapel. Mailand eine flache Ebene in der die Menschen in der Vergangenheit bequem und zurückhaltend, während die Bewohner Neapels (schroffe, bergige Region) mutig und kühn waren.

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