zwischen denen Relationen bestehen

von Joost Jansohn und Vasiliki Togusidou


"Künstlerischer Raum, Sujet und Figur" von Jurij Lotman 

unterteilt seinen Text in drei Abschnitte, in denen er die Themen Künstlerischer Raum, Sujet und Figur behandelt.
Zu Erst widmet sich Lotman dem Künstlerischen Raum und Raum an sich. Für den Autor benötigt ein Raum nicht zwingend Begrenzungen durch Wände o.Ä. ,für ihn entsteht ein Raum durch eine Gesamtheit homogener Objekte (z.B. Erscheinun
gen, Zustände, Figuren, Werte und Variablen etc.), zwischen denen Relationen bestehen. Außerdem führt er auf, dass durch Sprache räumliche Charakteristika verliehen werden. Als Beispiel führt er hier sozial politische Hierarchien auf, die meist eine vertikale Gliederung auf der Achse Oben-Unten aufweisen (Unter-/ Oberschicht). Als Problem des Künstlerischen Raumes beschreibt er den Versuch ein unendliches Objekt z.B. das Universum in einem endlichen Bild darzustellen. Um diese eigentlich drei dimensionale Welt in einem zwei dimensionalen Rahmen darzustellen, benutzen
Künstler die Perspektive als Modellierungswerkzeug.
Ein Sujet oder Ereignis spiegelt sich in Lotman’s Augen immer in einer  renzüberschreitung und/ oder durch das Nichtbeachten einer Norm wieder. Ein normales Telefonbuch, welches nach dem Alphabet geordnet ist und dadurch ein klares System/ Norm besitzt ist sujetlos. Wenn jedoch jetzt ein Name nach einem anderen Prinzip in das vorgegebene System eingegliedert wird, stellt dies ein Sujet/ Ereignis dar, da die Norm des Alphabetes gebrochen wird.
Jedoch kommt es nach Lotman auch auf die Weltanschauung oder Profession einer Person an, ob diese eine Handlung als Ereignis sieht oder nicht. Ein Beispiel hierfür wäre ein Streit zwischen einem Ehepaar über moderne Kunst. Nach dem verbalen Streit, bei dem es zu keiner Verletzung des Gesetzes kam, ruft das Ehepaar die Polizei um ein Bericht anzufertigen. Da aber keine Straftat begangen wurde, stellt der Streit für den Polizisten kein Ereignis dar und er weigert sich einen Bericht anzufertigen. Für einen Psychologen oder Kunstinteressierten wäre der Streit jedoch sehr wohl ein Ereignis.
Des Weiteren haben sujethaltige Texte immer eine klare Gliederung. Sie besitzen immer „1. Ein semantisches Feld, das in zwei komplementäre Untermengen aufgeteilt ist. 2. Eine Grenze zwischen diesen Untermengen, die unter normalen Bedingungen impermeabel (ist) (...), für den die Handlungen tragenden Helden (jedoch) permeabel (ist). 3. Der die Handlung tragende Held“ (S. 542 Z. 5ff). Ein Sujet enthält zusätzlich zum Helden noch Helfer und Hindernisse. Ein Beispiel hierfür wäre zum Beispiel ein Krimi. In dem falsche Indizien Hindernisse darstellen und die Spurensicherung die Rolle des Helfers einnehmen. Der Kriminalpolizist, der als einziger den Fall lösen kann, stellt den die Handlung tragenden Helden dar, welcher als einziger die Hindernisse durch die falschen Indizien überwinden kann.


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